Sonntag, 26. August 2007
Teil 1: Erster Kontakt
„Hey Lady!“ Roland hatte sich unbemerkt an die Kuh herangeschlichen und beugte seinen Kopf an ihr Ohr. „Könnten wir uns den Bären schnappen und von hier verschwinden? Wir haben noch eine Menge vor!“
Arielle hatte genau gespürt, dass da jemand von hinten angepirscht kam. Soweit sie es aus den Augenwinkeln sehen konnte, war es ein schwarzer Bulle. Ha, Kerle! Denken, sie brauchen den Damen nur etwas ins Ohr zu flüstern, mit rollendem ‚R‘ und Western-Akzent, und schon sind diese hin und weg und lassen sich problemlos abschleppen. Aber nicht mit ihr!
„Hör zu, du kleiner schwarzer Scheißer! Ich weiß nicht, was du hier für ne Masche abziehst, aber bei mir hat das keinen Zweck. Verpiss dich, ich hab Urlaub!“ Arielle schaute sich kurz um, zuckte mit den Schultern und ließ Roland stehen. Bevor dieser begriff, dass er gerade massiv abgeblitzt war, war Arielle hinter der nächsten Tür verschwunden. Roland ging ihr nach. Er hatte nicht vor, Ewigkeiten in dieser Plüschbullenfigur zu stecken, und sich mit einer zickigen Kuh herumzustreiten. Vielleicht sollte er es erst mal mit dem Bären versuchen, der hatte eh den intelligenteren Eindruck gemacht. Während er noch überlegte, schwang vor ihm die Tür wieder auf und schlug ihm mit solcher Wucht vor die Stirn, dass er in hohem Bogen von der Terrasse flog und mit seinem Kopf auf einem großen Stein aufschlug. Mehr im Unterbewusstsein hörte er noch die Worte, die Arielle ihm hinterher rief: „Ach und noch was. Auf Sachen zu dritt stehe ich eh nicht. Und schon gar nicht mit einem Bären. Also lass dir etwas Besseres einfallen!“



Der Bär hatte die Szene von weitem beobachtet und machte sich Sorgen. Das war typisch Arielle. Da war man endlich mal wieder im Urlaub, weit weg von allen heimischen Sorgen, hatte ein paar ruhige Tage im schönen Norwegen vor sich und was macht die dumme Kuh? Knallt dem ersten Typen, dem sie hier begegnet sind, gleich die Tür vor den Kopf. Andererseits hatte der schwarze Bulle nicht so ausgesehen, als sei er nur aus Zufall hier vorbeigekommen. Irgendetwas Geheimnisvolles ging von ihm aus, etwas Bedrohliches. Sie würden noch eine Menge Ärger kriegen, da war sich der Bär sicher...

Teil 2: Zweiter Anlauf hier

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Vorspiel: Schwarzer Kleiner
„Yeah!“ Der schwarze Bulle holte tief Luft und schloss die Augen. Das letzte Portal hatte er mit Müh und Not erreicht. Der gewaltige Maschinenbär hatte ihn bis zum Schluss gejagt, aber als Revolvermann wird man damit fertig, vor allem wenn man Roland heißt...
Roland schaute sich um. Berge, Wasser, kaum Häuser, keine Menschen... Er wusste nicht, in welche Zeit ihn das Portal geworfen hatte. Er wusste nur, er würde hier zwei Gefährten treffen, die ihm bei seiner Mission helfen würden. Die ihm helfen würden, den dunklen Turm zu finden und die Welten und ihre Zeiten wieder in Ordnung zu bringen. Was ihn ein wenig verwirrte, war, dass es nach den Worten des schwarzen Mannes ein Bär und eine Kuh sein sollten. Ein Bär! Roland schüttelte sich bei dem Gedanken an die letzten Minuten, an die Flucht vor dem riesigen Maschinenbären. Er konnte nur hoffen, dass der jetzige Bär eine Nummer kleiner wäre. Ein Panda, oder ein Waschbär vielleicht. Roland grinste, „Yeah!“
Das Grinsen verging ihm, als er an sich heruntersah. Nichts mehr von der stolzen, muskulösen Revolvermannfigur. Er war eine Kuh, oder genauer, ein schwarzer Bulle! Aber nicht nur das. Er hatte das Gefühl, er wäre auf die Größe eines Spielzeugs geschrumpft. Wenn er sich nicht irrte, war er jetzt eine kleine Plüschkuh. Damit wäre er jedem Bären hilflos ausgeliefert, selbst einem kleinen Waschbären. Und was die Kuh betraf, mit einer Ladung aus ihrem Hintern könnte sie ihn komplett begraben, so klein, wie er jetzt war. Eine Horrorvorstellung, wie sie sich nicht mal sein geistiger Ziehvater hätte ausdenken können.
„What a fuckin’ bullshit...“ Roland fluchte vor sich hin und dachte noch, wie genau der Fluch seine Situation beschrieb, als er etwas kommen hörte...

Die Autos hielten neben einer kleinen Hütte, Autotüren klappten, Leute stiegen aus. Roland duckte sich hinter einen Stein, was er sich bei seiner aktuellen Größe eigentlich hätte sparen können - aber zumindest funktionierten seine Instinkte noch.



Die Menschen packten Taschen und Koffer aus den Autos und trugen sie zum Haus. Und dann sah er sie!
Sie schauten aus einer kleinen Tasche heraus, als würden sie sich erst einmal gründlich umschauen wollen, bevor sie sich aus dem restlichen Gepäck heraus wühlen würden.



Auch wenn es schon dämmerte, konnte Roland die beiden ziemlich gut erkennen. Ein Bär und eine Kuh! Nicht größer als er selber. Und da war er sich sicher: Das sind die beiden, mit denen er die Welt retten würde. Egal, ob sie es schon wussten oder nicht. Das hatte ja noch nie irgendeine Rolle gespielt...

Teil 1: Erster Kontakt hier

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Sonntag, 8. Juli 2007
Reise, Reise...
„Ich muss morgen in die Schweiz.“ So, wie der Bär es sagte, klang es wie: „Die sägen mir morgen ein Bein ab!“ Oder so.
Dass der Bär nicht gerne reiste, war den Kühen nicht neu. Trotzdem guckten sie misstrauisch. Denn immer, wenn der Bär seine Reisepläne mit den Kühen besprach, hieß das nichts Gutes.

Meistens war er dann ewig weg, und die Kühe konnten nur hoffen, dass seine Vertretung wenigstens halbwegs in der Lage war, für die Kühe zu sorgen. Nicht einfach, wenn immer wieder Neue kommen, die die Herde nicht kennen.
Das letzte Mal hat sich der junge Mann, der als Vertretung gearbeitet hatte, eine Zigarette angezündet - während er Gasoline freundschaftlich auf den Bauch klopfte. Drei Sekunden später stand er inmitten eines Feuerballs. Er hatte Glück im Unglück gehabt und büßte nur ein paar seiner Klamotten ein. Und seine blonden Locken.
Ein anderer hatte sich ein paar Minuten lang über Silkes Euter lustig gemacht, wahrscheinlich hatte er sich bis dahin nur um Hunde und Katzen gekümmert gehabt. Nachdem Liesbeth Silke die derbsten Sachen übersetzt hatte, begann auch für diesen jungen Mann ein Nachmittag, den er nicht so schnell wieder vergessen würde. Das letzte, was er noch mitbekam, war ein deftiger Stromschlag gewesen. Bevor es dunkel um ihn wurde, sah er ganz dicht über sich das hinterhältig grinsende Gesicht einer Kuh. Denn Rest musste er sich dann vom Arzt im Krankenhaus erzählen lassen.

Wie auch immer, die Kühe muhten, ein wenig unwillig, aber im Großen und Ganzen war es schon okay. Was sollten sie schon machen? Die Tage ohne den Bären würden schnell vorbeigehen, wie immer.
Der Bär nickte beruhigt und machte sich auf den Heimweg. Und mit ihm marschierte Arielle, auch wie immer, wenn der Bär in den Norden reiste. Und das wollte er diesmal auch, zumindest für ein paar Tage, wenn der Job in der Schweiz erledigt war.

Die Kühe schauten dem Bären hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war. Dann hingen sie wieder ihren Gedanken nach: Während Bertha sich zu erinnern versuchte, wie die Löcher in den Schweizer Käse kamen, lächelte Silke hämisch vor sich hin. Sie hatte gehört, dass die Schweizer Kühe lila aussahen. Vielleicht färbt das ein wenig auf Arielle ab, und sie alle hätten dann nächste Woche was zu lachen. War ja sonst nix los hier, seit sich die Vertretungen des Bären nicht mehr auf die Weide trauten...

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Montag, 11. Juni 2007
Aha...
Inzwischen findet man das Kuhratorium bei Google unter der einen oder anderen interessanten Frage.
Favoriten für heute:

Gedächtnisverlust bei Katzen?
und
Wie oft am Tag hat eine Kuh Stuhlgang?

Frag ich mich nur: Wenn Katzen ihr Gedächtnis verlieren, und glauben, sie wären eine Kuh, gehen sie dann trotzdem noch aufs Katzenklo?? Hm. Muss ich mal googlen... :o)

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Samstag, 9. Juni 2007
Geh Acht und so...
Da lag sie nun. Mitten auf der Wiese. Aus rotem und grünem Plastik. Eine Waffe, zweifellos. Silke ging vorsichtig um das Ding herum, bis der Lauf nicht mehr in ihre Richtung zeigte. Denn sie hatte gestern ganz genau gesehen, wie die komischen Menschen mit den großen roten Nasen aus diesem Plastikdings geschossen hatten…

Ganz plötzlich waren sie gestern aufgetaucht. Mitten durch das Maisfeld waren sie gekommen, junge Leute in bunten Kleidern, mit bunten Fahnen, Lieder singend und lachend. Um sie herum sprangen die Leute mit den roten Nasen, in noch bunteren Klamotten als die anderen, und sie schwenkten die bunten Gewehre und beschossen sich. Mit Wasser, wie Bertha hinterher behauptete. Aber Bertha behauptet viel, wenn der Tag lang ist. Sicher, sie war die klügste Kuh in der Herde. Aber selbst sie war überrascht von den komischen bunten Menschen, die ohne Vorwarnung aus dem Feld brachen und laut singend in Richtung Kuhweide marschierten. Kurz vor dem Zaun machten sie Halt und legten eine Pause ein. Immer mehr Menschen strömten aus dem Feld und sammelten sich neben dem Zaun. Auch die Kühe waren unauffällig in Richtung Zaun getrappelt, um mitzubekommen, was da los war. Liesbeth musste immer wieder den anderen Kühen übersetzen, was die Menschen sich erzählten.

„Jetzt reden sie grad über unseren Zaun.“ Liesbeth hatte nach diesen Worten die volle Aufmerksamkeit ihrer Freundinnen. Vor allem, weil ein paar der bunten Leute anfingen, sich am Zaun zu schaffen zu machen.
„Was wollen die von uns?“ Heidemarie rückte ängstlich an Liesbeth heran. „Kommen die uns holen?“
„Quatsch!“ Silke prustete. „So sehen keine Leute aus, die Kühe zum Schlachter bringen.“ Sie schielte zu Heidemarie. „Zumindest war das bis heute so. Aber man kann ja nicht wissen…“
„Seid mal ruhig! Jetzt reden sie grad darüber, ob sie unseren Zaun aufmachen…“
„Oh ja!“ Das Kälbchen Fridolin begann aufgeregt hin- und herzutrippeln. „Lasst uns einen Ausflug machen. Zaun auf! Zaun auf!“
„Sei still. Die verstehen dich sowieso nicht.“ Liesbeth sah besorgt zu der Stelle des Zaunes, an der zwei, drei dieser Leute versuchten, auf die Weide zu kommen. Alles diese komischen Typen mit den großen roten Nasen. Und mit Gewehren. Als sie auf der anderen Seite des Zaunes ankamen, begannen sie, hektisch über die Weide zu laufen und zu schießen. Liesbeth hielt die Luft an. Auch den anderen Kühen schlug das Herz bis zum Hals. Aber die Bunten scherten sich nicht um die Kühe sondern beschossen sich selbst. Mit Wasser. Und sie lachten dabei. Und rannten hin und her, zwischen den Kühen durch, von der einen Seite der Weide zu anderen. Bis dann einer von ihnen auf Gasolines morgendlicher Hinterlassenschaft ausrutsche, in hohem Bogen durch die Luft flog und mit einem lauten, schmatzenden Geräusch in Gasolines Scheiße landete…

Gasoline blickte ihre Freundinnen schuldbewusst an. „Sorry Mädels, ich weiß, ist ziemlich viel gewesen für früh am Morgen. Aber ihr wisst doch, meine Verdauung ist momentan besonders…“
„Ruhe!!“ Liesbeth hob den Kopf. „Das gibt’s doch nicht! … Bullen!! Die Menschen sagen, die Bullen kommen! Und ganz viele!!“
Die Worte durchzuckten die Kühe wie ein elektrischer Schlag.
„Die Bullen!!!...“ Heidemarie sah verklärt zum Horizont, dorthin, wo jetzt auch die ganzen Menschen hin zeigten. Aus der Richtung waren jetzt deutlich Geräusche zu hören. Vor allem Geräusche, wie sie die großen Autos machten, die die Kühe ab und an durch die Landschaft fahren sahen.
„Typisch!“ Silke drängte sich an den Zaun, um einen besseren Blick auf den Weg zu bekommen. „Wir Kühe müssen immer zum Stall laufen, und die Bullen werden gefahren, als wären sie was Besseres.“
„Sind sie doch auch! Vor allem der Johannes, der neue große…“ Heidemarie sah mit sehnsüchtigen Augen in die Richtung, aus der der Krach kam. Und dann erblickten die Kühe eine seltsame Prozession den Weg entlang kommen. Viele grün gekleidete Menschen. Eigentlich sahen sie aus, wie die Förster, die ab und an mal an der Weide vorbeikamen. Aber die heute waren irgendwie dicker angezogen, hatten Stöcker in der Hand, redeten nicht miteinander und machten allesamt ziemlich verkniffene Gesichter. Ein Ausdruck irgendwo zwischen Angst und Wut, soweit die Kühe das jedenfalls einschätzen konnten. Sie kamen ziemlich langsam näher, die dicken Förster. Und mitten unter ihnen, beziehungsweise sie alle überragend, ein großes Auto mit einer Kanone.
Die Kühe schauten verwirrt. Wo waren die Bullen? Wer waren die Grünen? Was überhaupt ging hier vor? Und warum, verdammt nochmal, machte niemand den Zaun auf?
Die bunten Menschen hatten sich inzwischen wieder in Bewegung gesetzt. Bunte Fahnen schwenkend, singend, wenn auch nicht so laut wie noch vorhin, zogen sie weiter. Begleitet von den dicken Förstern und deren Auto. Das mit der Kanone.
Da komme nur Wasser raus, hatte Bertha behauptet. Aber Bertha behauptet viel, wenn der Tag lang ist…

Heute erinnert nicht mehr viel an die Hektik von gestern. Außer dem Stück bunter Plastik, Plastik zum Schießen, mitten auf der Wiese. Silke schnupperte dran. Bertha hatte gemeint, der Wind der Geschichte sei über die Weide geweht, gestern. Aber alles was Silke roch, roch eher nach Gasoline. Vielleicht braucht‘s ein wenig Zeit, bis die Geschichte darunter zu riechen war. Sie würde es morgen noch einmal versuchen. Wär schade, wenn der Geschichtswind schon mal hier gewesen war, und man würde ihn verpassen, nur weil man Gasoline nicht riechen konnte…

Herzliche Grüße an die G8-Protestierkollegen, die auf ihrer Rückreise nach Österreich in unserer WG Pause machten. Und genauso herzliche und respektvolle G8-Grüße nach Barth… :o)

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Sonntag, 20. Mai 2007
Brownies in Angst...
„Ihr seid keine Kühe!“
Silke schaute böse durch den Zaun auf die Nachbarweide.
„Kühe sind Schwarz-weiß gefleckt. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern!”

Die beiden braunen Kühe auf der anderen Seite des Zaunes schauten sich verwundert an.
„Was ist denn mit der da drüben los?“ Die große Braune schüttelte mit dem Kopf. „So früh am Morgen und schon so giftig.“
Die kleinere Kuh neben ihr schaute unruhig auf Silke.
„Aber wenn sie recht hat? Die da drüben sind doch auch alle schwarz-weiß. Vielleicht sind wir nicht wirklich Kühe?“
„So ein Quatsch! Natürlich sind wir das. Lass dir von der blöden Schwarz-Weißen bloß nichts einreden.“
„Aber wenn…“

Silke spürte, dass die Kleine ihr gegenüber schon die ersten Zweifel hatte und legte nach.
„Sowas wie ihr taugt doch nur noch, um als Fleisch für die Menschen zu enden. Ich weiß das, die braunen Kühe kamen immer erst hierher, bevor sie dann am nächsten Tag mit den großen Autos abgeholt worden sind.“
Die kleine Braune begann zu zittern. Die Große wurde wütend. Inzwischen waren auch ein paar andere Braune dazu gekommen und schauten neugierig durch den Zaun auf die schwarz-weiße Silke. Die redete unbeirrt weiter.
„Tja, da seid ihr nicht die ersten, und ihr werdet nicht die letzten sein, die…“
„Jetzt halte aber mal die Klappe!“ Die große Braune wurde laut. „Das ist alles Unsinn. Du willst uns nur Angst machen. Sieh zu, dass du zu deinen hässliche Schwarz-Weißen da hinten kommst und lass uns in Ruhe!“
„Angst? Oh, das mit dem Schlachten soll ganz schnell gehen. Davor braucht ihr keine Angst zu haben. Schlimmer wird’s, wenn der Bauer glaubt, ihr habt unter euren komischen braunen Haut noch die echte, die schwarz-weiße. Dann geht’s nämlich erst richtig los! Dann wird man euch in einer ekligen Prozedur das Fell über die Ohren ziehen, sozusagen…“
Jetzt wurden auch die anderen Braunen unruhig.
„Hm. Wenn sie Recht hat, dann sollten wir was unternehmen…“
„Ist doch alles Unsinn!“
„Ich will weg hier!!!“


Silke sah den braunen Kühen zu, wie sie untereinander diskutierten und dabei immer lauter wurden. Sie begannen unruhig hin und her zu trampeln und bewegten sich langsam auf das große Gatter zu, das von der Nachbarweide auf die Straße führte.
Silke lächelte zufrieden, drehte sich um und schlenderte zu ihren Freundinnen zurück.
Liesbeth schaute ihr misstrauisch entgegen.
„Was hast du denn so lange mit unseren Nachbarn geredet?“
„Och, ich hab versucht mich mit ihnen anzufreunden. Aber ich habe so das Gefühl“, sie blickte lächelnd zurück, “sie werden nicht mehr lange unsere Nachbarn bleiben.“


So geschehen im kuhlumbianischen Vorpommern, dokumentiert von der neuen Elite der deutschen Pressefotografie, jetzt endlich ergänzt durch die Aufdeckung der ganzen Wahrheit, hier im Kuhratorium…
:o)

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Donnerstag, 10. Mai 2007
Sudokuh
Die Kühe stecken ihre Köpfe zusammen. Leises Lachen, eifriges Tuscheln, ab und an ein vorsichtiger Seitenblick zum anderen Ende der Koppel, wo Arielle in der Ecke stand und gedankenverloren vor sich hinstarrte.
„Habt ihr das mitbekommen, wie oft Arielle jetzt auf dem Klo hockt.“ Silke blickt verschwörerisch in die Runde. „Und wie lange das jedes Mal dauert?“
„Vielleich hat es sie jetzt auch erwischt!“ Gasoline rülpste. „Tschuldigung. Aber wär doch möglich! Wenn das so ist, dann tut es mir leid um die arme Arielle. So ein Methanproblem sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Ich kann euch sagen, das geht ganz schön ab, wenn ihr dann...“
„Schluss jetzt! Wir sind Kühe und gehen nicht aufs Klo.“ Liesbeth schaute zu Gasoline. „Du bist eine Ausnahme, unseretwegen, damit du uns nicht den Tag verdirbst. Und so lange du nicht anfängst, auf dem Klo zu rauchen, geht das auch in Ordnung. Mit Arielle muss ich mal sprechen. Das geht eh nicht lange gut. Schließlich ist das das Bärenklo, da kriegen wir nur Ärger mit Kuhlumbus, wenn wir da jetzt alle...“
„Ich Idiot!“ Arielle sprang in ihrer Ecke aufgeregt hin und her. „Ich Idiot! Sieben!!! Na klar, Sieben muss da hin.“ Im Kuhgalopp sprintete sie zum Klo und verschwand hinter der Tür.
Die anderen Kühe sahen sich ratlos an. „Das klingt nach mehr als nur nach einer Verdauungsstörung.“ Berta schüttelte mit dem Kopf. „Arielle hat bestimmt ein größeres Problem. Da kommt wohl noch einiges auf uns zu.“
„Worauf du wetten kannst. Zum Beispiel der dicke Kuhlumbusbär!“ Silke deutete auf eine Gestalt, die in schnellen Schritten näher kam, eine Zeitung unter dem Arm, zielstrebig auf das Klo zusteuernd. „Ratet mal, wo der jetzt hinwill!“ Sie grinste.
„Ach du Scheiße!“
„Das kannst du laut sagen.“ Silke machte ein Gesicht, als würde sie sich vor Schadenfreude die Hände reiben wollen, wenn sie denn welche gehabt hätte...

Tja, was treibt Arielle aufs Klo, was treibt sie auf ihm? Was passiert, wenn der Bär dazu kommt?



Arielle die Sudokuh beim "Rollenspiel"... :o)



Bär und Kuh beim gemeinsamen Zahlenkästeln...

Es ist wie mit so vielem. Erst ist es ein Geheimtipp. Modeerscheinung, Accessoire von Intellektuellen. Dann Massenware, Auftritte in allen Medien, in allen Formen zu kaufen. Und zu guter Letzt landet es dort, wo sich Kuh und Bär Gute Nacht sagen. Aufm Klo... :o)

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Dienstag, 20. März 2007
Ausflug zum alten Mann
(Vorbemerkung 1: Liebe Kinder, auf dem Mond geht es etwas anders zu als hier beschrieben. In dieser Sache hat euer Lehrer wirklich mal Recht.
Vorbemerkung 2: Liebe Leser, einiges an dem Text erschließt sich nur denen, die die Kühe hier im Blog schon länger kennen. Anderes nur derjenigen, die auf dem Mond neben dem Bären wohnt... :o) )


Das fliegende Etwas wird immer größer. Bald füllt es das ganze Sichtfeld aus und kommt immer noch näher.
Schnell. Bedrohlich. Unerwartet.
Der alte Mann zieht erschrocken den Kopf zurück und reibt sich die Augen. Jetzt kann er das fliegende Etwas auch so sehen, ohne Fernrohr. Und es kommt tatsächlich auf ihn zu.
Der Mann im Mond tritt neben das große Fernrohr und schaut in den dunklen Sternenhimmel, an dem sich - immer größer werdend - eine Art Raumschiff abzeichnete. Langsam senkt es sich dem Mondboden entgegen und setzt mit einem letzten Ruck auf dem Boden auf. Der Alte hält die Luft an. Sekundenlang tut sich nichts, als wäre das Schiff nichts anderes als ein kompliziert geformter großer Stein. Aber dann kommt Bewegung in das Ganze. Wie in Zeitlupe löst sich eine große Klappe aus der Schiffswand und senkt sich nach unten. Gleißendes Licht strahlt aus dem Schiffsinneren, der alte Mann hebt schützend seine Hand vor die Augen und versucht, zwischen seinen Finger hindurch etwas zu erkennen. Schemenhaft werden große dunkle Gestalten vor dem hellen Hintergrund sichtbar, irgendwie unförmig, und schnell in seine Richtung kommend. Die größte von ihnen setzt zu einem gewaltigen Sprung an und fliegt förmlich auf ihn zu. Der Alte versucht zu schreien, aber der Schrei bleibt ihm im Halse stecken, als der große Schatten ihn erreicht...

„Geil! Geil! Geil!“ Gasoline schwebt meterweit über dem Mondboden und treibt auf einen kleinen Mann zu, der wortlos zu ihr hinauf starrt. „Hey, alter Mann, aus dem Weg, he, ho, hu, ich bin eine fliegende Kuh... Wow, ist das geil!“ Wieder auf dem Boden gelandet, dreht sie sich zum Raumschiff um. „Los, habt euch nicht so. Kommt her. Das macht echt Spaß!“

Eine nach der anderen verlassen die Kühe die Raumfähre. Liesbeth zielstrebig, schon den Punkt im Auge, zu dem sie die Gruppe hinlotsen musste. Berta eher vorsichtig, so als prüfe sie bei jedem ihrer Schritte, inwieweit diese sich an die physikalischen Gesetze halten. Silke bewegt sich dicht hinter Berta, um ja kein Risiko einzugehen. Nur Arielle bleibt völlig verdattert auf der Landeklappe stehen. „Was soll das denn? Wo um alles in der Welt ist das Meer?“

„Die Meere hier sind trocken. Du kannst doch eh nicht schwimmen.“ Kuhlumbus gibt Arielle einen leichten Schubs, so dass sie sanft zu den anderen treibt. Dann marschiert er als letzter die Rampe herunter und geht auf den alten Mann zu. „Tut mir leid, dass ich vorher nicht bescheid gesagt habe. Aber es ist ein Notfall. Wir machen heute Subotnik auf dem Blümchengrundstück.“
„Subotnik?“
„Achso, das ist ein freiweilliger Arbeitseinsatz.“ Kuhlumbus grinste.
„Freiwillig?“ Der Mann im Mond schaute stirnrunzelnd zu den Kühen. „So so.“
„Na ja, ich brauchte nur sagen, dass wir auf den Mond fliegen, und schon waren alle Feuer und Flamme. Das mit dem Arbeiten bringt Liesbeth den Damen schon noch bei.“
„Wie du meinst. Aber schön, dass du mal wieder da bist, trotz allem Stress und so. Wir haben dich vermisst!“ Der alte Mann schlug dem Bären freundschaftlich auf die breite Schulter.
„Ich weiß, ich weiß... Ist das Blümchen eigentlich grad da?“
„Nein, sie war schon eine ganze Weile nicht hier. Ihr habt mich hier oben ziemlich allein gelassen. Der Mondmakler und seine Frau streiten sich schon darum, wer eure Grundstücke verhökern darf. Dabei hatte alles so schön angefangen. Ich dachte schon, endlich habe ich hier jemanden, mit dem ich meinen Mondwein teilen kann, mit dem es sich so richtig ablästern lässt über die bunte Kugel dahinten.“ Mit einer leichten Kopfbewegung deutete er an den Himmel, dorthin, wo groß und hell die Erdkugel am Firmament hing. „Aber dann...“

„Hiiiilfe!“
Der Alte und der Bär schauten erschrocken in die Richtung, aus der der Schrei kam.
„Hiiilfe! Gasoline stirbt!“
Die Kühe hatten sich um Gasoline geschart, die bewegungslos in ihrem unförmigen Raumanzug am Boden lag. Der Bär schwebte heran und beugte sich über die Kuh.
„Muss wohl das Methan sein.“ Silke drehte ihren Kopf. „Vielleicht stimmt was mit ihrem Helm nicht und sie erstickt jetzt in ihrem eigenen Gerülpse.“
„Halt die Klappe!“ Liesbeth schob Silke beiseite. „Können wir ihr nicht den Helm öffnen, irgendwie Luft reinlassen?“
„Luft auf dem Mond?“ Berta schüttelte den Kopf. „Luft gibt’s nicht auf dem Mond!“
„Aber klar doch!“ Der alte Mann trat in den Kreis, beugte sich zu Gasoline hinunter und schraubte ihren Helm ab. „Wenn ihr beim Mann im Mond zu Gast seid, gibt es Luft. Und ein paar andere Dinge auch. Ich weiß nicht, warum euch der Bär in die Raumanzüge gesteckt hat. Außerdem“, er schielte zu Kuhlumbus, „stört das doch beim Arbeiten.“

„Arbeiten? Ich denke das ist ein Ausflug.“ Silke blickte zu Liesbeth.
„Na, ein bisschen Bewegung kann nicht schaden. Ist ja eh alles viel leichter hier oben.“ Liesbeth sah in die Runde. „Unser Blümchen hat hier oben sein Wochenendgrundstück. Und da muss mal aufgeräumt werden. Also los!“
Die Kühe folgten Liesbeth zur Blümchenparzelle, auch wenn es so aussah, als würde die eine oder andere Bewegung doch nicht so leicht fallen, wie noch vor ein paar Minuten.

Aber schon bald entwickelte sich ein rege Emsigkeit auf dem Blümchengrundstück, Blumen wurden gegossen, natürlich mit Mondwasser, die Wege zum Nachbargrundstück vom Mondunkraut befreit, der Briefkasten entrostet und grün angestrichen, die Fenster geputzt und schließlich hängten die Kühe noch eine mitgebrachte Girlande auf, quer über der Tür.

Der Bär saß indessen neben dem Mann im Mond und schaute mit ihm an den schwarzen Himmel. Beide hielten ein Glas voll mit bestem Mondwein in der Hand und prosteten sich zu.
„Darauf, dass du wieder öfter bei mir hier auf dem Mond bist und dich dort auf der Erde nicht kaputt spielen lässt!“
„Und darauf, dass auch meine Nachbarin sich hier wieder wohl fühlt!“ Der Bär ließ sich den Wein auf der Zunge zergehen, während der alte Mann versonnen auf die ferne Erdkugel blickte. „Etwas zu wenig Grün auf dem Planeten, denkst du nicht?“
„Mag sein.“ Der Bär lächelte. „Aber auch das ändern wir gerade...“

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Samstag, 6. Januar 2007
Weißer Tod
Lese grad die Berichte über den amerikanischen Winter, tausende Rinder erfroren, verhungert oder im Schnee erstickt...
Die Kühe um Liesbeth hören sich das schweigend an. Ich glaube Trauer in ihren Augen zu sehen, Bestürzung. Keine sagt was, obwohl ihnen sichtlich eine Frage auf dem Herzen liegt.
Ein leises Rülpsen von Gasoline bricht den Bann. Kälbchen Fridolin traut sich und beginnt zu sprechen. Ich erwarte Fragen zum Tod, eine Diskussion über Leben und Sterben und so.
Dann spricht Fridolin die Frage aus, die alle bewegt:
"Was, lieber Kuhlumbus, ist eigentlich Schnee?"...

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Mittwoch, 29. November 2006
Kühe, Kosmos, Katastrophen (Vollversion)
Nachdem wir hier schon das eine oder andere Mal über das besondere Interesse der Aliens an unseren schwarz-weiß-gescheckten Rindviechern spekuliert haben, an dieser Stelle mal eine Hintergrundgeschichte.

Und wie versprochen, hier jetzt der komplette Text. Aber Vorsicht, es sind eine Menge Buchstaben, Vorlesedauer ca. 25 Minuten ... :o)

>> da isser :o)

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